Exclamo – Berliner Schüler entwickeln App gegen Mobbing an Schulen

 Kai Lanz, Jan Wilhelm und Julius de Gruyter - Gründer von exclamo

Kai, Jan und Julius – Gründer von exclamo

Drei Berliner Schüler haben die App Exclamo entwickelt. Mit dieser können Kinder und Jugendliche Mobbing an ihren Schulen dokumentieren und melden. Und vieles mehr. Die jungen Gründer stellen ihre preisgekrönte App am 7. Mai auf der TINCON in Berlin vor.

Im Februar diesen Jahres schockierte uns alle die Nachricht von einem Todesfall an einer Berliner Grundschule: Ein elfjähriges Mädchen nahm sich das Leben. Als Grund gab sie Mobbing an ihrer Schule an. Solche Fälle sind lediglich die Spitze eines Eisberges: Eine PISA-Auswertung stellte vor zwei Jahren fest, dass an Deutschlands Schulen fast jeder sechste 15-Jährige (15,7 Prozent) regelmäßig Opfer von massivem Mobbing wird.

Die Politik reagiert auf solche Zahlen mit unzureichenden Lösungen: Es gibt viel zu wenig Sozialarbeiter an Schulen, die präventiv vorbeugen könnten. Sind sie vorhanden, können diese nicht überall sein. Häufig findet  Mobbing im Verborgenen statt. Angst oder Scham führt zum Schweigen der Opfer. Viele Vorfälle werden daher nicht gemeldet. Lehrkräfte sind hilflos und unsicher. 

Exclamo – Eine App gegen Mobbing an Schulen

Gegen diese Probleme gehen nun drei jugendliche Gründer vor: Die Berliner Schüler Kai Lanz, Jan Wilhelm und Julius de Gruyter haben nun die Anti-Mobbing-App Exclamo entwickelt.

Exclamo hat gleich mehrere Funktionen.

  • Mobbing-Vorfälle können in einem persönlichen Notiz-Bereich dokumentiert und reflektiert werden.
  • Schüler können anonyme und verschlüsselte Nachrichten an Lehrkräfte oder Sozialarbeiter senden.
  • Die App verbindet Schüler mit Einrichtungen des Kinder- und Jugendschutzes. So z.B. mit verschiedenen Sorgen-Telefonen und Krisendiensten. 
  • In Exclamo finden Lehrkräfte und Schüler Informationen zu Mobbing an Schulen und Hilfe-Angebote.
  • Exclamo ist DSGVO-konform. Das heißt: Exclamo hält sich an die neuen Datenschutz-Standards in Europa. 

Hier eine Einführung:

Exclamo unterwegs – auch auf der TINCON

Die drei Schüler sind seit Monaten in Deutschland unterwegs, um ihre App zu verbreiten. Hier präsentieren sie Exclamo beim Forum Bildung Digitalisierung:

Seit dem Release haben die drei Jugendlichen zahlreiche Preise gewonnen. So erreichten sie den 1. Platz beim Wettbewerb „Jugend gründet“.

Vom 6. bis 8. Mai 2019 findet die TINCON statt, die „teenageinternetwork convention“. Begleitend zur re:publica haben auf der TINCON alle 13-21jährigen die Chance, sich über die neusten Trends in der digitalen Welt zu informieren. So auch über Exclamo

„Jetzt ihre Schüler schützen!“ – Smartphones in der Schule erlauben! 

Alle Schulen sind unter der Aufforderung „Jetzt ihre Schüler schützen!“ aufgerufen, die App ihren Schülerinnen und Schülern vorzustellen und ihnen zu empfehlen, sie zu nutzen. Dies setzt natürlich voraus, dass Smartphones an den Schulen erlaubt werden, was, wie berichtet, immer noch ein Problem ist.

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